Ratgeber

Hinweise zur Auswahl der Wärmequelle

Wärmequelle Grundwasser

-  Nutzung von Grundwasser als Wärmequelle mittels Saug-
   und Schluckbrunnen
-  genehmigungspflichtig durch Untere Wasserbehörde bzw.
   Wasserwirtschaftsamt
-  konstante Wassertemperatur von +8 ... +10 Grad C erforderlich
-  konstanter Volumenstrom aus dem Saugbrunnen erforderlich
-  hohe Anforderungen an die Wasserqualität
-  hohe Jahresarbeitszahlen bei fachkundiger Planung möglich
-  hohe Investitionskosten

Wärmequelle Luft

-  Nutzung von Außenluft als Wärmequelle
-  besonders geeignet für Nachrüstung bzw. Modernisierung
-  einwandfreie Funktion bis unter -18 Grad C
-  in Ausführung als Split-Gerät besonders empfohlen (sehr ruhig,
   lange Lebensdauer, Aufstellung des Verdampfers im Freien)
-  niedrige Investitionskosten
-  keine Genehmigungs- bzw. Anzeigepflicht

Wärmequelle Erdreich

Variante Flachkollektor Sole

Variante Künettenkollektor Sole

Variante Direktverdampfungs-
Kollektor

Variante Erdsonden Sole

-  Nutzung oberflächenaher Erdwärme
-  Sole zirkuliert in einem Kunststoff-Rohrsystem, nimmt die
   Wärme auf und transportiert diese zur Wärmepumpe
-  anzeigepflichtig bei der Unteren Wasserbehörde bzw dem
   Wasserwirtschaftsamt (Erdaufschluß)
-  hohe Jahresarbeitszahlen bei fachkundiger Planung
   möglich
-  niedrige Investitionskosten
-  Erdarbeiten in Eigenleistung möglich

-  Nutzung oberflächennaher Erdwärme
-  Sole zirkuliert in einem Kunststoff-Rohrsystem, nimmt die
   Wärme auf und transportiert diese zur Wärmepumpe
-  anzeigepflichtig bei der Unteren Wasserbehörde bzw. dem
   Wasserwirtschaftsamt (Erdaufschluß)
-  hohe Jahresarbeitszahlen bei fachkundiger Planung
   möglich
-  günstige Lösung bei kleinen Grundstücksflächen
-  niedrige Investitionskosten

-  Nutzung oberflächennaher Erdwärme
-  Kältemittel durchströmt ein Kupferrohrsystem, nimmt die
   Wärme auf, verdampft und führt die Wärme zur Wärme-
   pumpe zurück
-  sehr hohe Jahresarbeitszahlen bei fachkundiger Planung
   möglich
-  niedrige Investitionskosten
-  Erdarbeiten in Eigenleistung möglich
-  hocheffizientes Wärmepumpensystem

-  Sole zirkuliert in gebohrten Erdsonden, nimmt die Wärme
   auf und transportiert diese zur Wärmepumpe
-  wasserrechtliche Bewilligung durch die Untere Wasser-
   behörde bzw. das Wasserwirtschaftsamt erforderlich
-  hohe Jahresarbeitszahlen bei fachkundiger Planung
   möglich
-  günstige Lösung bei geringer Grundstücksfläche
-  hohe Investitionskosten

Beurteilung der Effizienz von Wärmepumpenanlagen über Kennzahlen

Ziel:      - Ableitung von Schlußfolgerungen zum technischen Niveau der Wärmepumpe
           -  Fundierte Bestimmung der voraussichtlichen Betriebskosten der Wärmepumpenanlage durch
               exakte Berechnung der Jahresarbeitszahl

Definitionen:

Leistungsziffer / COP (Coeffizient of Performance)

Die Leistungsziffer gibt das Verhältnis von abgegebener Heizleistung zu aufgenommener
elektrischer Antriebsleistung unter Prüfbedingungen an.
Der COP-Wertt stellt einen technischen Gütewert für Wärmepumpen dar.
Unabhängige Prüfinstitute ermitteln diesen Wert nach einer definierten Meßmethode
(DIN EN 255 bzw. DIN EN 14511).
Der COP-Wert gilt nur für einen bestimmten Betriebspunkt, der sich permanent je nach
Wärmequellen- und Heizungsvorlauftemperatur ändert.
Der COP-Wert ist um so besser, je kleiner die Temperaturdifferenz zwischen der Heizungs-
vorlauftemperatur und der Wärmequellentemperatur ist.

Durch die Wärmepumpen-Hersteller angegebene COP-Werte beziehen sich auf folgende
Betriebspunkte:   

Wasser/Wasser-Wärmepumpen:

Sole/Wasser-Wärmepumpen:

Direktverdampfung/Wasser-Wärmepumpen:

Luft/Wasser-Wärmepumpen:

W10/W35
W10/W50
W10/W60

S0/W35
S0/W50
S0/W60

E4/W35
E0/W35
E0/W50
E0/W60

L7/W35
L2/W35
L2/W50
L2/W60
L-10/W35

Zur Auswahl einer Wärmepumpe unter dem Gesichtspunkt des technischen Höchststandes
ist der COP-Wert prinzipiell geeignet. Er sollte jedoch durch Meßergebnisse unabhängiger Prüfinstitute, wie z. B.

     Wärmepumpen-Testzentrum Buchs
     an der Interstaatlichen Hochschule für Technik Buchs (Schweiz)

belegt sein.

Der COP-Wert lässt keine Rückschlüsse auf die Effizienz bzw. die voraussichtlichen
Betriebskosten der Wärmepumpenanlage zu
.

Jahresarbeitszahl:

Die Jahresarbeitszahl gibt das Verhältnis von abgegebener Heizleistung zu aufgenommener
elektrischer Leistung über den den Zeitraum eines Jahres wieder.
Die Angabe einer Jahresarbeitszahl bezieht sich grundsätzlich auf den jeweiligen Standort
der Wärmepumpenanlage.
In der aufgenommenen elektrischen Leistung sind alle Leistungen, die unmittelbar zum
Wärmepumpenprozess gehören, berücksichtigt:

     -  elektrische Leistungsaufnahme Verdichter
     -  elektrische Leistungsaufnahme Regelung / Elektronik
     -  elektrische Leistungsaufnahme Heizungsumwälzpumpe
     -  elektrische Leistungsaufnahme Sole-Umwälzpumpe bei Sole/Wasser-Wärmepumpe
     -  elektrische Leistungsaufnahme Tauchpumpe bei Wasser/Wasser-Wärmepumpe
     -  elektrische Leistungsaufnahme Lüfter bei Luft/Wasser-Wärmepumpe
     -  elektrische Leistungsaufnahme zur Abtauung bei Luft/Wasser-Wärmepumpe
     -  elektrische Leistungsaufnahme E-Heizstab bei Luft/Wasser-Wärmepumpe

Jahresarbeitszahlen können für jeden Standort in Europa berechnet werden.
Berechnungsgrundlage ist hierbei die VDI-Richtlinie VDI 4650, aufbauend auf den Leistungs-
ziffern (COP) nach DIN EN 255 bzw. DIN EN 14511.
Hierzu sind jedoch ein umfangreiches Fachwissen sowie die Messergebnisse unabhängiger
Prüfinstitute erforderlich.
Die exakte Berechnung der Jahresarbeitszahl nach VDI 4650 stellt die einzige Möglichkeit
zur Vorausberechnung der voraussichtlichen jährlichen Betriebskosten unter Normbe-
dingungen dar.

Die Jahresarbeitszahl stellt die einzige fundierte Aussage zur Effizienz einer
Wärmepumpenanlage dar.

D-A-CH-Gütesiegel für Wärmepumpen

Das D-A-CH-Gütesiegel wurde 1998 von den Wärmepumpen-Interessensvertretungen
der Länder Deutschland, Österreich und Schweiz eingeführt. Der erste Hersteller mit
einem Gütesiegel war OCHSNER.

Richtlinien zur Erlangung des D-A-CH-Gütesiegels:

-  Elektrische Sicherheit
   Nachweis entsprechend EG-Konformitätserklärung, CE-Zeichen
-  Anschlussbedingungen der Stromversorgungsunternehmen sind einzuhalten.
-  Leistungen
   (gemessen von einer von D-A-CH-anerkannten Prüfstelle nach EN 255)
   stimmen mit dem Typenblatt überein und erfüllen die folgenden COP-Mindestan-
   forderungen (zulässige Toleranzen gemäß D-A-CH-Prüfreglement):

Wasser/Wasser-Wärmepumpen
Sole/Wasser-Wärmepumpen
Direktverdampfung/Wasser-Wärmepumpen
Luft/Wasser-Wärmepumpen

W10/W35
S0/W35
E4/W35
L2/W35

COP 4,5
COP 4,0
COP 4,0
COP 3,0

   Bei Direktverdampfung gilt E4 als analoger Betriebspunkt zu S0, da bei einer Erd-
   reichtemperatur von 4 Grad C die Sole in etwa 0 Grad C annimmt.

-  Schallemission
   Schall-Leistungspegel gemessen von einer anerkannten Prüfstelle gemäß Prüf-
   reglement.
-  Planungsunterlagen
   Mindestanforderungen gemäß D-A-CH.
-  Betriebsanleitung
   Enthalten sein muss eine Einbauanleitung sowie eine benutzerfreundliche
   Bedienungsanleitung. Mindestanforderungen gemäß D-A-CH.
-  Flächendeckendes Kundendienstnetz im Verkaufsgebiet.
   Der Kundendienst muss im Bedarfsfall vor Ort sein können.
   10-jährige Ersatzteilhaltung.
-  2 Jahre Garantie für die Wärmepumpe ab Inbetriebnahme.

Auswahlkriterien für Wärmepumpensysteme

In Vorbereitung des Einsatzes von Wärmepumpensystemen sowohl im Neubaubereich als auch bei
Heizungsmodernisierungen sollten folgende Auswahlkriterien bei der Entscheidungsfindung Berücksichtigung
finden:

Leistungsziffer COP

D-A-CH-Gütesiegel

Einsatz von Elektro-Heizstäben

Geräuschentwicklung

Jahresarbeitszahl

Der Vergleich von Leistungsziffern im gleichen Betriebspunkt
von unterschiedlichen Wärmepumpenherstellern läßt Schluß-
folgerungen auf das technische Niveau der Wärmepumpen zu.
Grundsätzlich sollten die Leistungsziffern durch eine unab-
hängige Prüfanstalt nach DIN EN 255 gemessen worden sein..

Zum Vergleich herangezogene Wärmepumpen verschiedener
Hersteller sollten grundsätzlich über das D-A-CH-Gütesiegel
verfügen. Somit ist gewährleistet, dass geforderte Mindest-
Leistungsziffern auch wirklich erreicht werden.

Der Einsatz von Elektro-Heizstäben ist nur bei Luft/Wasser-
Wärmepumpen zulässig. Der Bivalenzpunkt der Wärmepumpe
ist an Hand der Leistungsdiagramme der Hersteller exakt zu
berechnen. Der Bivalenzpunkt hat entscheidenden Einfluß auf
die voraussichtlichen Betriebskosten der Luft/Wasser-Wärme-
pumpe.

Bei Luft/Wasser-Wärmepumpen ist der Schalldruckpegel in
dB(A) anzugeben. In reinen Wohngebieten darf der Schalldruck-
pegel max. 35 dB(A) betragen.
Messgrundlage sind die Normen EN ISO 9614-1 bzw. EN ISO
9614-2. 

Die Jahresarbeitszahl sollte durch eine fachkundige Stelle
nach VDI-Richtlinie VDI 4650 berechnet werden.
Jahresarbeitszahlen können für jeden beliebigen Standort der
Wärmepumpe berechnet werden. Grundlage hierfür sind die
Meßergebnisse des Herstellers.
Berechnungen, wie z. B. die durchschnittliche Soletemperatur
bei Erdsonden bzw. Flachkollektoren, sind mittels Monats-
bilanzverfahren vorzunehmen.
Die Berechnung der Jahresarbeitszahl sollte grundsätzlich im
Detail vorgelegt werden.
Die Berechnung der Jahresarbeitszahl stellt die einzige
Möglichkeit zur Vorausberechnung der voraussichtlichen
jährlichen Betriebskosten unter Normbedingungen dar.